Der Glaswinkler – Hof im Ortsteil Glaswinkel Gem. Fischbach

Seit meinen ersten Recherchen in Tölz um 1950 wusste ich von dem Glaswinkler – Hof in der Gemeinde Fischbach. Von meinem Cousin Alfred Glaswinkler aus Augsburg, dem ich von der Heimat unserer Vorfahren erzählte, bekam ich 1959 auch ein Farbfoto des Hofes. Ich selbst besuchte aber erst 1982 mit meiner Frau den Herkunftsort unserer Familie.
Die Gegend um den Glaswinkler – Hof ist ein geographisch abgeschlossener Bereich. Im Süden begrenzt durch den Blomberg (1248 m) und den Zwieselberg (1348 m), ragt im Hintergrund das Karwendelgebirge in den Himmel. Im Osten bilden die Isar, und im Westen das Königsdorfer Filz und die Loisach natürliche Grenzen. Im Norden, in der Gegend von Königsdorf war früher ein unwegsames Überschwemmungs- und Moorgebiet. Im topographischen Atlas von Bayern ist auf der Karte Nr. 127 der Isarwinkel abgebildet und beschrieben. Im oberen linken Bereich ist die Einöde Glaswinkel zu finden. Mit 718 m über NN ist Glaswinkel der im engeren Umkreis höchstgelegene Ort. Das umliegende Gebiet kann als typisches oberbayrisches Voralpenland bezeichnet werden.

Der in den Straßenkarten eingetragene Ort Fischbach ist keine geschlossene Ortschaft, sondern besteht aus weitverstreuten Einzelgehöften ähnlich dem Glaswinkler – Hof. Die Besiedelung dürfte im Hochmittelalter erfolgt sein, als vom Kloster Schäftlarn aus um 1220 der Isarwinkel gerodet wurde.
Wenn man auf der alten, landschaftlich sehr reizvollen Straße von Tölz nach Königsdorf fährt, kommt man etwa 4 km hinter Tölz an die Bushaltestelle „Glaswinkel“. Wenige hundert Meter von dieser Haltestelle entfernt, steht mächtig und behäbig, inmitten grüner

der alte Glaswinkler - Hof aus dem 15./16. Jahrhundert

Weiden der Glaswinkler – Hof da. Zum Hof gehört nach Aussage des Besitzers Johann Walser eine landschaftliche Nutzfläche von ca. 150 Tagwerk (50 Hektar). Hauptsächlich wird Viehwirtschaft betrieben und es stehen 50 Rinder im Stall (die Angaben von Johann Walser stammen aus dem Jahr 1982 – mittlerweile hat sein Sohn den Hof übernommen). 1980 wurde ein neues Wohngebäude errichtet, das an den bestehenden Stall angebaut ist, neuere Scheunen und Räume für landwirtschaftliche Maschinen befinden sich gegenüber.
Betritt man den Hofraum von der Zufahrtsstraße aus, ist rechter Hand ein uraltes Gebäude, dessen Untergeschoß aus Feldsteinen und das Obergeschoß aus Holz gebaut ist. Das Untergeschoß besteht aus zwei Räumen, die als Stall und Scheune gedient haben. Eine Außentreppe führt ins Obergeschoß, in dessen zwei Räumen die Familie wohnte. Dieses Gebäude stammt aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz – es ist der alte Glaswinkler – Hof. Der Ursprung unserer Familie.

der neue Glaswinkler - Hof

die Bushaltestelle Glaswinkel